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#1

Arzneipflanzengarten im Botanischen Garten Berlin

in Botanischer Garten 15.01.2023 10:39
von Petra Sonder • As Aufstiegsplätze erreicht | 53 Beiträge | 2330 Punkte

Arzneipflanzengarten

Pflanzen können der Gesundheit nutzen aber auch schaden. Der Arzneipflanzengarten des Berliner Botanischen Gartens wurde in den 1980er Jahren in seiner jetzigen Form angelegt. Eingerahmt von medizinisch bedeutsamen (offizinellen) Gehölzen sind die einzelnen Beete des Arzneipflanzengartens in ihrer Anordnung einem menschlichen Körper nachempfunden. In der Aufsicht sind Kopf, Rumpf, Gliedmaßen aber auch Organe wie Lunge oder Herz erkennbar. Nach Anwendungsgebieten bei bestimmten Erkrankungen (Indikationen) geordnet, werden auf ca. 3000 m2 rund 230 Heilpflanzenarten mit Informationen u.a. über ihre Verwendung und Wirkung in den entsprechenden Beeten gezeigt.

Passionsblume (Passiflora incarnata)



Sie ist eine sehr alte Arzneipflanze. Im 17.Jahrhundert haben Mönche und Ärzte beobachtet, wie Indianer die Pflanze verwendeten. Der Arzt Herandez hat in seinen Reisenotizen die Pflanze bei Schlaflosigkeit, schmerzstillend und den Appetit anregend beschrieben. Er beschrieb zusätzlich, dass es ein hervorragendes Mittel bei Vergiftungen und Melancholie sei.
In Europa wurde die bedeutende Heilpflanze Mitte des 20. Jahrhunderts wissenschaftlich untersucht.

Heute werden Extrakte bei nervöser Unruhe, leichten Einschlafstörungen und nervös bedingten Magen-Darm-Beschwerden angewendet. Untersuchungen haben belegt, dass auch eine angstlösende Wirkung, ohne das dabei muskelentspannende Effekte auftreten. (wie es bei Psychopharmaka oft vorkommt)
Das heisst, dass man diese Beruhigungsmittel auch tagsüber einsetzen kann.

Weltweit gibt es mehr als 400 Arten, viele Arten haben essbare Früchte
Die Passionsblume wurde 2011 Arzneipflanze des Jahres

Stechapfel (Datura stramonium)



ist ein giftiges Nachtschattengewächs, stark giftig, er hat aber auch erhebliche Heilkräfte, die früher gegen Asthma und Nervosität genutzt wurden.
Heute wird der Stechapfel nicht mehr medizinisch genutzt, weil die Giftigkeit größer als seine Heilkraft ist.
In der Homöopathie wird der Stechapfel aber noch verwendet, weil er in homöopathischer Potenzierung ungefährlich ist.
Anwendungsbereiche:
Früher: Keuchhusten, Krampfhusten, Nervosität, Neuralgien, Rheuma
Heute Homöopathie (D4-D6): Augenentzündung, Infektionskrankheiten, Keuchhusten, Krampfhusten, Nervosität, Neuralgie

Ricinus (Ricinus communis)



Der Rizinus ist eine sehr schnell wachsende Pflanze aus den Tropen, sie kann bei optimalen Bedingungen innerhalb von ein paar Monaten über 5 Meter hoch werden, daher auch der Name Wunderbaum.
Die hochgiftigen Samen werden geschält und durch kalte Pressung wird das ungiftige Rizinus-Öl (Ricini oleum) gewonnen.
Das schlecht schmeckende Öl wird hauptsächlich als Abführmittel und Hautpflege eingesetzt.
Giftigkeit:
Achtung! Stark giftig. Nur in verschriebenen Fertigpräparaten oder homöopathisch anwenden. Homöopathisch ab D4!
Hauptanwendung: Abführmittel und Hautpflege
Heilwirkung: entzündungshemmend, abführend, erweichend, wurmaustreibend
Anwendungsbereiche: Abszesse , Augenentzündung, Eiterbeulen, Geschwüre, Hauterkrankungen, Insektenstiche, Pickel, Schuppen, Verstopfung, Warzen, Wehenleiden und Würmer

Artischocke (Cynara scolymus L.)



Artischocken sind ein wohlschmeckendes Edelgemüse, doch die Meisten kennen nur die eingedosten Böden als Belag für Pizza.
Das Essen der frischen Knospen-Köpfe ist hingegen ein vergnügliches, kulinarisches Abenteuer.
Außerdem sind Artischocken auch Heilpflanzen, denn sie fördern die Arbeit von Leber und Galle, senken den Cholesterinspiegel und helfen beim Abnehmen. Auch bei Diabetes können sie unterstützend helfen.
Heilwirkung: antiphlogistisch, antioxidativ, appetitanregend, blutzuckersenkend, cholesterinsenkend, entzündungshemmend, Fettverdauung wird verbessert, gallenfördernd, krampflösend, leberregenerierend, leberschützend, leberstärkend, spasmolytisch, verdauungsfördernd
Anwendungsgebiet: Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Bauchspeicheldrüsenschwäche, Blähungen, Cholesterinablagerungen werden gelöst, Diabetes, Gallenschwäche, Gallensteine Hypercholesterinämie,Leberschwäche, Leberzellen wachsen besser, zu hoher Cholesterinspiegel, Übelkeit

Salbei (Salvia officinalis)



Der Salbei gehört zu den Kräutern, die im Mittelmeerraum heimisch sind, bei uns aber auch gut gedeihen. An der richtigen Stelle im Garten gepflanzt wuchert er über mehrere Quadratmeter.
Sein Spezialgebiet ist die zusammenziehende und desinfizierende Wirkung.
Dadurch wirkt er gut bei Halsschmerzen und ist bei Halsentzündungen aller Art die Pflanze der Wahl.
Der Salbei hat ausserdem eine ausgesprochen schweisshemmende Wirkung.
Genauer betrachtet hat der Salbei so vielfältige Heilwirkungen, dass man ihn zu Recht fast als Allheilmittel bezeichnen kann.
Heilwirkung: adstringierend, antibakteriell, blutstillend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, tonisierend
Anwendungsbereiche: Appetitlosigkeit, Blähungen, Bronchitis, Depression, Diabetes, Durchfall, eitrige Geschwüre, Ekzeme, Erkältung, Erysipel, Fussschweiss, Gallenschwäche, Gedächtnisschwäche, Gesichtsrose, Gicht,Gürtelrose, HauterkrankungenHitzewallungen, Husten, Insektenstiche,Keuchhusten,Lungenschwäche,Mandelentzündung,Mundgeruch,Nachtschweiss,Rheuma,Verdauungsschwäche, Wechseljahrsbeschwerden, Zahnfleischbluten

Aloe Vera (Aloe vera, Synonyme: Aloe barbadensis, Aloe perfoliata, Aloe vulgaris, Aloe indica, Aloe chinensis)



Die Aloe vera ist eine vielseitige Heilpflanze, die in Wüstengegenden heimisch ist.
Durch ihre dicken, fleischigen Blätter erinnert die Aloe ein wenig an Kakteen, aber sie ist eine Lilienart, eng verwandt mit dem Affodil.
In Mitteleuropa wird sie schon seit etwa 1930 für Heilzwecke eingesetzt. Zunächst war sie den meisten Menschen hierzulande relativ unbekannt, doch seit Anfang des neuen Jahrtausends boomt die Verwendung der Aloe vera, und man findet sie in zahlreichen Kosmetika, Lebensmitteln und Alltagsprodukten.
Bei der Aloe und ihren Produkten muss man unterscheiden, ob das sanfte Gel oder das drastisch wirkende, gelbliche Harz verwendet wurde. Gel und Harz sind in ihrer Wirkung so unterschiedlich, als würde es sich um zwei verschiedene Heilpflanzen handeln.
Das Gel, das in den Blättern gespeichert wird, hat mannigfaltige Heilwirkungen, vor allem auf die Haut.
Heilwirkung: als Gel befeuchtend, entzündungshemmend, lindernd, reizmildernd
Harz: abführend, verdauungsfördernd

Anwendungsbereiche:
Gel äusserlich: Akne, Ekzeme, Geschwüre, Herpes, Insektenstiche, Juckreiz, Neurodermitis, Psoriasis, Schuppenflechte, Schürfwunden, Sonnenbrand, Verbrennungen, Zahnfleischentzündungen
Gel innerlich: Colitis ulcerosa, Diabetes, erhöhte Blutfette, Husten, Reizdarm, Reizmagen, Sodbrennen, Stärkung des Immunsystems

Echinacea (Echinacea spec.)



Echinacea oder auch als Sonnenhut bezeichnet wird, ist eine Heilpflanze. Der Korbblütler wurde bekannt durch seine Fähigkeit, das Immunsystem zu stärken und Infekten vorzubeugen. Echinacea kann jedoch auch einige Pilze bekämpfen und wirksam gegen Entzündungen vorgehen.

Anwendung als Heilkräuter: Stärkung des Immunsystems, grippale Infekte, Entzündung der Nasennebenhöhlen, Candida

Rhabarber (Rheum palmatum L.)



Er stammt ursprünglich aus Nordwestchina und Osttibet, wird aber mitunter auch in Europa angebaut. Medizinisch genutzt werden die geschälten und von der Rinde befreiten, unterirdischen Organe des Rhabarbers ohne die Seitenwurzeln.
Rhabarberwurzel hat abführende Wirkung und wird deshalb zur kurzfristigen Behandlung von Verstopfung und allgemeiner Darmträgheit verwendet.
Alkoholische Extrakte der Wurzeln können bei Zahnfleischentzündungen und Entzündungen der Mundschleimhaut angewendet werden.


Meerrettich (Armoracia rusticana)



Er gehört zur Gattung der Armoracia in der Familie der Kreuzblütengewächse und ist für seinen scharfen Geschmack bekannt. Er wird auch das „Penicillin der Bauern” genannt, denn seine keimtötende Wirkung steht der eines Antibiotikums in nichts nach. Forscher der Universität Freiburg hatten herausgefunden, dass die Senföle aus der Meerrettichwurzel gegen 13 Keime wirksam sind, und konnten vor einiger Zeit nachweisen, dass diese Senföle sogar multiresistente Bakterien wie Staphylococcus aureus abtöten können.
• keimtötend
• entzündungshemmend
• krampflösend
• durchblutungssteigernd
• schleimlösend
• harntreibend
• immunstärkend

Meerrettich wird als Heilpflanze bei verschiedenen Symptomen wie zum Beispiel bei Harnwegsinfekten, Blasensteinen oder Muskelschmerzen angewendet. Zudem stärkt die Einnahme von Meerrettich das Immunsystem.

Meerrettich ist Heilpflanze des Jahres 2021

Tollkirsche (Atropa belladonna)



Achtung! Stark giftig.
Tollkirsche nur in verschriebenen Fertigpräparaten oder homöopathisch anwenden.
In homöopathischer Verdünnung ab D3 kann Belladonna bei Fieber helfen, vor allem wenn das Gesicht glüht und man rote Backen hat.
Sie erleichtert die Atmung bei Asthma und krampfartigem Husten.
Auch bei anderen Krämpfen und Neuralgien kann Belladonna helfen.
Heilwirkung: Krampflösend
Anwendungsbereich: Asthma, Darmkrämpfe, Fieber, Krampfhusten, Magenkrämpfe, Neuralgien

Quelltext: teilweise aus dem Botanischen Garten Berlin/Google
Fotos: © by Petra Sonder/Fotopitti



zuletzt bearbeitet 15.01.2023 13:30 | nach oben springen


 

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